20. Juni 2016

Ausstellung im Institut: Franka Möhricke

Lange waren die Wände in unseren neuen Räumen kahl und leer - doch das ist nun vorbei! Endlich ist farbenprächtiges Leben eingezogen. Mit den Bildern der Berliner Diplomökonomin und Künstlerin Franka Möhricke startet die erste Ausstellung in unserem Institut in der Stephanstraße. Noch ein Grund mehr uns in Berlin-Moabit einen Besuch abzustatten!

Was Franka Möhricke inspiriert und warum Wissenschaft und Kunst für sie keinen Gegensatz darstellen, lesen Sie hier.

 

Proventika: Liebe Frau Möhricke, vielen Dank, dass Sie uns Ihre Bilder zur Verfügung stellen, wir freuen uns sehr über Ihre Werke in unseren neuen Räumen.                        

Nun hängen Ihre Bilder in einem Institut für angewandte Hirnforschung, Wissenschaft trifft sozusagen Kunst, ist das für Sie ein Widerspruch?

 

Franka Möhricke: Ich hätte nicht gedacht, dass meine Bilder einmal in einem Institut für angewandte Hirnforschung zu sehen sein würden. Umso schöner finde ich, dass es nun so ist. Wissenschaft und Kunst sind für mich kein Widerspruch. Wenn ich darüber nachdenke, sehe ich sofort wunderschöne Bilder vom Weltraum, von neu entdeckten Pflanzen und Tieren, vom Inneren des Menschen ... und natürlich auch von Hirnzellen vor mir. Während der Langen Nacht der Wissenschaften konnte ich  Gliazellen in Aktion bestaunen und es wurden auch faszinierende wissenschaftliche Fotografien gezeigt. Ich denke, jede Wissenschaft hat auch künstlerische Aspekte.      

 

Proventika: Wie haben Sie zu Ihrer eigenen Sprache des Malens gefunden?

Franka Möhricke: Ich male meist ohne vorherige Planung frei nach Gefühl. Deshalb sind meine Bilder sehr unterschiedlich, sie sind sozusagen meine visualisierten Gefühle. 

 

Proventika: Was inspiriert Sie im Alltag?

Franka Möhricke: Mich inspirieren Pflanzen, Tiere, Fotografien, Bilder, Postkarten, Wasser, Schatten, Farben, Formen, Muster ... eigentlich alles, was mich alltäglich umgibt, z.B.Wassertropfen im Waschbecken, Spiegelungen im verchromten Wasserhahn, aber auch Diagramme, Zahlenreihen, Buchstaben, Handschriften ... Ich habe immer ein Skizzenbuch dabei, damit ich jede Entdeckung und Inspiration sofort festhalten und später verwenden kann. Jeder Tag ist voller visueller Eindrücke, ein  unerschöpflicher Vorrat für künftige Bilder.    

 

Proventika: Wie beginnen Sie ein Bild? Haben Sie bereits am Anfang eine bestimmte Vision im Kopf?

Franka Möhricke: Wenn jemand ein Bild bei mir bestellt, spreche ich zunächst mit dem Menschen. Ich zeige den Ordner mit den Fotos meiner bisherigen Bilder und beobachte die Reaktionen. Da ich sehr verschiedene Bilder male, waren bisher immer mehrere Bilder dabei, von denen sich die Person irgendwie berührt fühlte. Dann lasse ich mir die Fragen: Größe? Farbe/n? Art des Bilder? beantworten. Davon ausgehend entsteht - dann wieder nach Gefühl - ein neues Bild, so z.B. der Zweiteiler in Brauntönen für Ihre Räume. Wenn ich ohne konkreten Auftrag ein Bild male, dann blitzt zunächst eine Idee von einem Bild in meinem Gehirn auf, die ich dann abzubilden versuche. Meist entsteht für mich völlig überraschend etwas ganz Anderes, was ich immer wieder faszinierend finde. Meine Gefühle regen vermutlich meine Hirnzellen an, der Hand zu sagen, was sie tun soll. Es wäre spannend zu erforschen, wie das funktioniert. 

 

Proventika: Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre offenen Antworten. Wir freuen uns sehr, dass Ihre Bilder uns noch bis September bei unserer Arbeit inspirieren und beglücken werden! 

 

 

 

 

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Franka Möhricke, 1966 in Borna geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Unter http://moehrickes.wix.com/farbenkosmos können Sie noch mehr Werke der hauptberuflichen Diplomökonomin entdecken sowie Fotografien und Zeichnungen ihrer Tochter Anja Möhricke. Bei Interesse an Ihren Bildern schreiben Sie uns gern eine Email, wir leiten diese dann umgehend weiter.

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