01. Dezember 2017

(Neue) Psychische Belastungen am Arbeitsplatz

Seit vielen Jahren belegen unterschiedliche Quellen und Studiendaten zur Arbeitssicherheit, dass die Anzahl der ArbeitnehmerInnen mit psychischen Erkrankungen sowie negativen gesundheitlichen Folgen aufgrund von hohen psychischen Belastungen von Jahr zu Jahr kontinuierlich zunimmt.

 

In Umfragen, aber auch im Rahmen unserer eigenen Seminare, werden immer wieder typische Ursachen für die negativen psychischen Belastungen genannt, die erheblichen Einfluss auf den individuellen psychischen Zustand der MitarbeiterInnen haben.

 

Hierzu zählen:

  • zunehmender Zeitdruck
  • mehrere Dinge gleichzeitig erledigen müssen
  • Zunahme der Informationsflut durch die digitalen Medien
  • ständige Erreichbarkeit 
  • schnellere Zeittaklungen - immer schneller arbeiten und erledigen in immer kürzerer Zeit
  • kein oder nur wenig Mitspracherecht
  • mangelnde Wertschätzung
  • nicht mehr abschalten können / ständig unter Strom stehen.

 

Alle hier genannten negativen Risikofaktoren sind letztendlich auf eine chronisch-erhöhte Stressbelastung zurückzuführen. Dies nimmt sowohl Einfluss auf die organische Gesundheit - internistische Erkrankungen können die Folge sein - als auf die psychische Verfassung, was bis zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout führen kann.

Vor dem Hintergrund, dass die heute bestehende digitale Arbeitswelt insgesamt eindeutig ein hohes Stresspotential für den Arbeitsplatz darstellt und mit weiteren Digitalisierungen zu rechnen ist, sind die negativen Folgen in Zukunft vorprogrammiert. Die heute bereits bestehenden hohen Anforderungen werden schon bald eine echte Herausforderung darstellen, insbesondere auch für die älteren Arbeit-nehmergenerationen. Diese Tendenz wird sich insbesondere im Zusammenhang der immer schnelleren Innovationszyklen im Bereich der digitalen Medientechnik deutlich verschärfen. Ein gesunder Umgang mit digitalen Lösungen muss deshalb bereits heute den Arbeitstätigen konsequent vermittelt werden, damit sie ihre psychische Gesundheit selbstbestimmt managen und mit den Entwicklungsprozessen Schritt halten können.

Wenn es in einem Unternehmen das Ziel ist, die gesetzlichen Forderungen zur Verbesserung der negativen psychischen Belastungen am Arbeitsplatz umzusetzen, um die psychische und organische Gesundheit der Berufstätigen effektiver zu schützen und so die Arbeitskraft des Mitarbeiters präventiv zu erhalten, dann bieten sich die drei folgenden Handlungsfelder zwingend an. Sie versprechen höchste Erfolgsquoten für die Umsetzung der Maßnahmen im Bereich psychische Gesundheit:

  1. Aus– und Fortbildung des direkten Vorgesetzten. Ziel: Führungskräfte mit einem optimalen Grundwissen sowie entsprechenden Tools zur Umsetzung des „Gesunden Führens“ ausstatten. 
  2. Vermitteln von hoch-effektiven Methoden zum Resilienz-Selbstmanagement bei Führungskräften und Mitarbeitern, verbunden mit dem klaren Ziel, mit den Teilnehmern wirkungsvolle Methoden zur kausalen „Stressreduktion“ zu trainieren.
  3. Gezielte Anleitungen zum gesundheitserhaltenden Umgang mit digitalen Medien und der zukünftigen Arbeitsplatzsituation.

HANDLUNGSFELDER

Resilienz-Selbstmanagement: Negative Stressbelastungen beruhen in erster Linie auf der fehlenden oder unzureichenden Fähigkeit des einzelnen Mitarbeiters und auch der Führungskräfte, die beruflichen Anfor-derungen erfolgreich, das heißt in einem der Gesundheit förderlichen psychischen Modus, zu managen. Mitarbeiter und Führungskräfte stehen hierbei vor den gleichen Aufgaben. Eine der wichtigsten Maßnahmen und das höchste Potential für ein psychisch gesundes Arbeiten liegt in dem Erlernen von spezifischen Methoden zu einem gezielten emotionalen, kognitiven und körperlichen Selbstmanagement.

 

Training der Führungskräfte - Gesundes Führen: Führungskräfte können einen erheblichen positiven Einfluss auf die psychische Gesundheit des Mitarbeiters haben. Belegt ist auch, dass gesundes Führen erfolgreich erlernt werden kann (ReSuLead-Studie, 2014).

 

Umgang mit digitalen Lösungen in der digitalen Arbeitswelt: Der Umgang mit den digitalen Medien stellt ein erhebliches Risikopotential für die psychische Gesundheit dar. Es geht hierbei besonders darum, besser zu verstehen, welche Umgangsweisen der psychischen Gesundheit förderlich sind und welche Verhaltensweisen die negative Stresskaskade antreiben können. Dabei spielt das Wissen um neuro-kognitive Mechanismen der Informationsverarbeitung und Entscheidungsfindung in unserem Gehirn eine wichtige Rolle, dies trägt zu einem neuen Grundverständnis bei, macht jedoch auch deutlich, warum wir oft den digitalen Medien erliegen und so unsere persönliche Performance mehr reduzieren als optimieren.

GESETZLICHE GRUNDLAGEN

Basierend auf der Studie „Stressreport 2012“, umgesetzt und durchgeführt von der BAuA, wurde ein dramatisch negatives Bild des psychischen Status Quo der Mitarbeiter in Deutschland sichtbar. Dieses führte 2013 zu einer Modifikation des Arbeitsschutzgesetzes, Paragraph (§) 5. Darin wurde der wichtige Punkt zum Erhalt der „Psychischen Gesundheit“ ergänzt. Dieser Punkt gilt ab sofort verpflichtend für alle Arbeitgeber und signalisiert den hohen Handlungsbedarf.   

Neben der rechtlichen Grundlage zeigen Untersuchungen in Unternehmen und Organisationen, dass die Erhal-tung der psychischen Gesundheit von Mitarbeitern und Führungskräften ein entscheidender positiver Faktor für die Leistungsfähigkeit und Qualität der Arbeitsleistungen darstellt. Kurz gefasst: die psychische Gesundheit zählt zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren innerhalb eines Unternehmens.

Vor dem Hintergrund, dass die psychischen Erkrankungen jedoch seit Jahren überproportional zunehmen, ergibt sich daraus ein dringender Handlungsbedarf im Bereich „Kompetenztraining für eine psychisch stabile Gesundheit und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz“ für Personalmanager, Führungskräfte und Gesundheitsmanager.

 

 

---------------------------

Proventika bietet Ihnen praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Seminare und Workshops für Mitarbeiter und Führungskräfte an. Die erlernten Methoden und Techniken können sofort im beruflichen Alltag angewendet werden. 

Sprechen Sie uns gern an und wir werden Ihnen ein individuelles Angebot zusenden.

 

Ansprechpartnerin: 

sara-maria.lohse|at|proventika.de, 030 / 31804100, oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

 

Im Bereich Gesundes Führen, Digitalisierung und Resilienz bieten wir u.a. folgende Seminare an: